Wer im Altbau die Elektrik erneuert, fürchtet vor allem das Stemmen: Lärm, Staub, beschädigte Wände und lange Putzarbeiten. Mit Flachkabel lässt sich dieser Aufwand deutlich verringern – je nach Situation mit einem schmalen Frässchlitz oder ganz ohne Schlitz im neuen Putz.
Wichtig: Arbeiten an der Elektroinstallation darf in Deutschland nur eine Elektrofachkraft ausführen. Vorbereitende Arbeiten wie Schlitze fräsen können Sie oft in Absprache mit Ihrem Elektriker übernehmen.
Warum im Altbau neue Leitungen nötig sind
- Ältere Installationen haben teilweise nur zwei Adern ohne Schutzleiter. Neue Leitungen haben drei Adern, darunter den grün-gelben Schutzleiter (PE).
- Heute laufen viel mehr Geräte als früher. Küche, Waschmaschine oder Homeoffice brauchen oft eigene Stromkreise.
- Die Isolierung alter Leitungen kann mit den Jahren spröde werden.
Drei Wege mit wenig Stemmarbeit
1. Schmaler Frässchlitz statt Stemmen
Das Flachkabel liegt hochkant in einem Schlitz, der nur etwa so breit ist wie das Kabel dick: ca. 5 mm bei 3×1,5 mm² und ca. 6 mm bei 3×2,5 mm². Eine Mauernutfräse schneidet zwei parallele Schnitte, der schmale Steg dazwischen lässt sich leicht herausbrechen. Gängige Profigeräte lassen sich auf wenige Millimeter Schnittbreite einstellen.
2. Im neuen Putz – ganz ohne Schlitz
Werden die Wände ohnehin neu verputzt, kann das Flachkabel flach auf die Wand gelegt, mit Gipspunkten fixiert und anschließend überputzt werden. Voraussetzung: Die neue Putzschicht deckt das Kabel vollständig und ausreichend dick ab, und die Leitung liegt in den Installationszonen nach DIN 18015-3.
3. Auf Putz, wo nicht verputzt wird
In Keller, Garage oder Hauswirtschaftsraum ist die Verlegung auf Putz oft die schnellste Lösung – mit passenden Kabelschellen oder in einem Kabelkanal. Unser Flachkabel ist auch für die Verlegung auf Putz und in Feuchträumen geeignet.
Tipps für die Sanierung
- Alte Leitungen nicht einfach überputzen: Ihr Elektriker entscheidet, welche Leitungen stillgelegt oder entfernt werden.
- Vor dem Fräsen prüfen: Ein Leitungssuchgerät zeigt vorhandene Leitungen und Rohre in der Wand.
- Tragende Wände: Tiefe, Länge und Lage von Schlitzen sind begrenzt (DIN EN 1996-1-1 mit nationalem Anhang). Ein schmaler Schlitz bleibt eher im zulässigen Rahmen. Im Zweifel einen Statiker fragen.
- Passend ausbessern: Schlitze mit einem Material schließen, das zum vorhandenen Putz passt.
- Fotos machen: Jede Wand vor dem Verputzen mit Zollstock fotografieren.
Fazit
Im Altbau entscheidet der Schlitz über Aufwand und Kosten. Ein Flachkabel braucht etwa halb so viel Schlitzbreite wie ein rundes NYM-J – oder bei neuem Putz gar keinen Schlitz. Das bedeutet weniger Staub, weniger Putzarbeit und eine schnellere Sanierung.
Häufige Fragen
Darf ich die Schlitze selbst fräsen?
Vorbereitende Arbeiten wie das Fräsen können Sie in Absprache mit Ihrem Elektriker oft selbst übernehmen. Verlegen, Anschließen und Prüfen ist Sache der Elektrofachkraft.
Welchen Querschnitt brauche ich?
Für Licht und normale Steckdosen meist 3×1,5 mm², für lange Leitungen und leistungsstarke Geräte 3×2,5 mm². Mehr dazu: 3×1,5 oder 3×2,5 mm²?
Wie wird das Flachkabel genau verlegt?
Schritt für Schritt erklärt in Flachkabel unter Putz verlegen.
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